Kompetenzen erwerben
- Körper- und Bewegungskompetenz
- Sinnes- und Wahrnehmungskompetenz
- Sprachkompetenz
- Phantasie- und Kreativitätskompetenz
- Sozialkompetenz
- Motivations- und Konzentrationskompetenz
- Ethisch-moralische Wertekompetenz
- Kooperation Kindergarten - Schule
Körper- und Bewegungskompetenz
Viele Kinder leiden heute unter Bewegungsmangel, ihre Grob- und Feinmotorik ist immer öfter unzureichend entwickelt.
In unserem Waldorfkindergarten können sich die Kinder regelmäßig und ausreichend bewegen. Dazu gehören Spaziergänge in den Wald, sowie Spielen und Klettern auf dem Spielplatz. Für den Gleichgewichtssinn sind Stelzenlaufen und Seilspringen eine gute Übung, auch das Balancieren über Holzstücke gehört dazu.
Für die Feinmotorik sind handwerkliche Arbeiten an der Werkbank (Sägen, Raspeln, Feilen) oder Weben und Nähen gut. Auch Reigen- und Fingerspiele sowie Plastizieren mit Bienenwachs unterstützen die Entwicklung der Fingerfertigkeit.
Gezielte Förderung erfolgt im Rahmen der Eurythmie, in der u.a. ganz bestimmte, vorgegebene Bewegungsabläufe nachvollzogen werden.
«« nach obenSinnes- und Wahrnehmungskompetenz
Unsere Kinder benötigen ein waches Bewusstsein der Außenwelt, um sich in der realen Welt zu Recht zu finden. Zum Entwickeln der eigenen Wahrnehmungskraft brauchen sie unverfälschte verlässliche Eindrücke der Welt. Dieses wichtige Prinzip der Waldorfpädagogik wird heute durch die moderne Hirnforschung voll bestätigt.
Die reale Welt mit ihren Sinnen zu entdecken und zu erforschen - dabei wollen wir helfen. Grundlegende Zusammenhänge werden erschlossen: z.B. von den Weizenähren bis zum essbaren Brot. Dabei sind viele Sinne angesprochen wenn das harte Korn in feines Mehl verarbeitet wird, um dann über den weichen klebrigen Teig in ein schnittfestes Brot verwandelt zu werden.
Neben der Echtheit der Materialien und Vermeidung von Sinnestäuschungen (sieht aus wie Holz ist aber Plastik) sowie wohltuend abgestimmte Farben und Materialien, sind auch die biologisch produzierten Lebensmittel für die Kinder wichtig.
Beim Singen unserer Lieder als auch beim Spielen auf der Kinderharfe wird das Hören und Wahrnehmen der Töne und Sprache in Übereinstimmung mit dem Sehsinn besonders gefördert. Aus diesem Grunde werden Märchen oder Puppenspiele von den Erziehern selbst vorgetragen und bewusst auf die Verwendung von Kassetten oder Videos konsequent verzichtet.
«« nach obenSprachkompetenz
Sprache ist das Mittel um mit anderen Menschen in Beziehung zu kommen und seine Gedanken und Gefühle zu äußern. Kinder beginnen ganz individuell mit dem Sprechen, aber sie brauchen alle gute Vorbilder im Erwachsenen, um sich die Sprache anzueignen.
Bei uns im Waldorfkindergarten haben daher Lieder, Verse, Reime und Fingerspiele, die durch die Verbindung von Sprache und rhythmischer Bewegung einen positiven Einfluss auf die Sprachkompetenz haben, einen hohen Stellenwert. Die Kinder lernen spielerisch im Reigen durch wiederholen der Lieder und Verse mit Bewegungen ganzheitlich mit der Sprache umzugehen. Dazu gehört auch das tägliche Erzählen oder Vorlesen von sinnvollen Geschichten, was zur späteren Lesefreude motivieren kann. Der Erzieher spricht dabei klar, liebevoll, deutlich und der Altersstufe angemessen.
«« nach obenPhantasie- und Kreativitätskompetenz
Die Welt um uns herum ist immer mehr genormt, vorgefertigt und festgelegt, aber die gesellschaftliche Entwicklung ist ohne schöpferische Kreativität und Phantasie kaum denkbar.
Die Pflege und Entwicklung der kindlichen Phantasie wird durch das freilassende nicht ausgeformte Spielzeug angeregt. Durch Puppenspiele und Geschichten werden die Kinder zum kreativen Spiel ermuntert. Aufgrund der täglich wiederkehrenden Spielzeit haben die Kinder genügend Zeit, um ausgiebig und mit Konzentration ihrer phantasievollen Schaffensfreude nach zu kommen.
«« nach obenSozialkompetenz
Menschliche Gemeinschaft bedarf der Sozialkompetenz des Einzelnen, der Fähigkeiten sich einzubringen, anderen zu helfen, Bedürfnisse zu äußern aber es auch auszuhalten, wenn diese nicht sofort erfüllt werden können, Regeln einzuhalten.
Kinder entwickeln einen guten Teil dieser Fähigkeiten ganz natürlich im Umgang miteinander, während des freien phantasievollen Spiels, in dem häufig auch die Rollen von Erwachsenen aus der eigenen Erfahrungswelt nachgeahmt und so das Verhalten eingeübt wird. Konflikt und Versöhnung sind dabei die markanten Eckpfeiler in einer Entwicklung hin zum Verstehen des Anderen und sich selbst.
Durch das Einbeziehen der Kinder in die häuslichen Tätigkeiten des Kindergartens (Blumengießen, Tischdecken, Abspülen, etc.) mit Übernahme einer kleinen Verantwortung, verlässliches Handeln der Erzieher, gemeinsames Tun im Reigen und in der Eurythmie wird die Sozialkompetenz weiter gefördert.
Die Regelhaftigkeit, nicht nur im Sinne eigentlicher einzuhaltender Regeln sondern auch durch den festgelegten, zeitlich rhythmischen Tagesablauf, gibt den Kindern Sicherheit und die Möglichkeit der eigenen Erprobung.
«« nach obenMotivations- und Konzentrationskompetenz
Sich für eine Sache zu begeistern, sich ganz in sie einzubringen ist später einmal die Grundlage für Lebensfreude und Erfolg. Auch hierzu werden die Grundlagen im Kindesalter gelegt.
Nichts fesselt und motiviert Kinder mehr als Ihre eigene Phantasie, die sie im Spiel frei und ganz vertieft entfalten können. Darauf aufbauend gelingt dann auch die Konzentration auf von außen herangetragene Aufgaben, seien diese häusliche Arbeiten oder das Mitmachen im Reigen und bei der Eurythmie. Auch hier kennt wohl jeder wie Kinder geradezu an den Lippen des Märchenerzählers hängen. Wie anders, wenn, schon eher zum Hintergrundgeräusch degradiert, eine Märchenkassette abgespielt würde.
Der regelmäßige Tagesablauf gibt dem Kinde Sicherheit, es kann sich ganz auf die wie gewohnt folgende Aktivität einlassen statt Überraschungen ausgesetzt zu werden.Besondere Tage, wie etwa die Jahresfeste, kündigen sich daher bereits lange vorher durch die Gestaltung des Raumes und des Jahreszeitentisches an.
Im Vorschuljahr arbeiten die Kinder dann schon selbständig über längere Zeiträume mit Ausdauer und Konzentration an einem Werkstück (z.B. Webrahmen, Holzschiff), obwohl dies im Gruppenraum während der freien Spielzeit erfolgt. So manches der kleineren Kinder schaut dabei bewundernd und mit Vorfreude zu.
Die ungespielte echte Freude des Erziehers über das Tun des Kindes motiviert mehr, als jedes aufgesetzte Beschäftigungsprogramm.
«« nach obenEthisch-moralische Wertekompetenz
Was ist gut, was ist schlecht? Die soziale Kompetenz braucht ihre Ergänzung in der Unterscheidung von Gut und Schlecht. Wohin es führt, wenn Gut nur das meint, was mir selbst gut tut, ist leider in der Gesellschaft ab und an zu beobachten.
Der Waldorfkindergarten baut daher konsequent auf eine religiöse, den Anderen und die Umwelt achtende Haltung auf. Durch das für die Speisen dankende Tischgebet und den liebevollen, helfenden Umgang untereinander, mit der Natur, aber auch mit den Spielmaterialien entwickelt das Kind die Fähigkeit sein eigenes Handeln zu beurteilen und sich für das Gute zu entscheiden. Mehr jedoch zählt auch hier das konsequente Vorbild des Erziehers, dessen Tun nicht nur nachgeahmt sondern auch abstrahiert verinnerlicht wird.
«« nach obenKooperation Kindergarten - Schule
An der Zusammenarbeit von Schule und Kindergarten innerhalb des Gemeindegebiets sind wir beteiligt und haben so einen guten Kontakt zu den Grundschulen in der Gemeinde. Wir begleiten und unterstützen den Übergang in die Schule und nehmen an den Vorbesprechungen an den Schulen teil.
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